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    8 min read

    RISE with SAP FAQ

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    In diesem Monat jährt sich die Einführung von SAP S/4HANA zum sechsten Mal, und rund 11 % der SAP-Kunden haben bereits auf S/4HANA umgestellt. Für viele Kunden stellt dies eine Investition im sieben- oder achtstelligen Bereich dar. Da SAP den Support für die Vorgängerversion, SAP Business Suite 7, bis 2030 verlängert hat, haben viele Kunden die Einführung jedoch verzögert.

    Die Verzögerung ist ein Problem für Kunden und SAP, weil SAP seit vier Jahren keine Innovationen mehr in die Business Suite gebracht hat. Je länger es mit dem Upgrade dauert, desto schwieriger wird es für die Kunden, und desto größer ist die Chance, dass sie in alternative Lösungen investieren.


    Dieser Blog enthält vorläufige Informationen. Ich werde ihn aktualisieren, sobald neue Informationen verfügbar sind.
    Update - 25. Februar: Ich habe diesen Blog jetzt aktualisiert, um Daten zu berücksichtigen, die ich in den letzten 30 Tagen vom Markt erhalten habe.

     

    Was ist die Geschichte hinter RISE with SAP?

    Im Jahr 2013 kündigte SAP die HANA Enterprise Cloud als Lösung für Probleme bei der Bereitstellung von HANA an. Zu dieser Zeit war die Anschaffung von SAP HANA eine Herausforderung, da es teure Spezialhardware und Installationen erforderte. Außerdem ließ keiner der Top-Tier-Hosting- oder Cloud-Anbieter SAP HANA als Option zu.

    Ich erinnere mich an ein Treffen mit dem damaligen CEO Jim Hagemann-Snabe im Jahr 2013. Meinen Kommentar, dass es ein ziemlich kluger Schachzug war, sollte er die HANA Enterprise Cloud dazu erfunden haben, den Markt zum Bau HANA-basierter Clouds zu bewegen, quittierte er mit einem Lächeln.

    Spulen wir vor bis 2020: Alle großen Anbieter, darunter die Hyperscaler Microsoft, Amazon und Google, bieten HANA-basierte Lösungen über einen Marketplace an. Infolgedessen stellen Hyperscaler und andere Hosting-Anbieter die meisten neuen HANA-Enterprise-Cloud-Verträge bereit, und SAP steigt nun effektiv aus dem Infrastructure-as-a-Service-Markt (IaaS) aus.

     

    Was ist das Problem?

    Das heutige Problem ist deutlich komplizierter als noch 2013. Damals war das Problem nur ein Infrastruktur-Problem.

    Das heutige Problem ist ein kombiniertes Menschen-, Prozess- und Technologieproblem. Alles in allem würden die Kunden gerne auf S/4HANA umsteigen, aber die Zahl der qualifizierten Berater auf dem Markt ist gering, der Prozess für ein Upgrade auf S/4HANA ist für jeden Kunden anders, und es gibt keinen Software-Automatisierungsstack.

    SAP hat das zusätzliche Problem, dass es die Kontrolle über die Kundengespräche verloren hat. Hyperscaler treiben den Wechsel in die Cloud voran, und Systemintegratoren treiben die Geschäftsprozessoptimierung und Beratung voran.

    Um damit umzugehen, hat SAP ein internes Projekt namens MOVE mit dem Ziel ins Leben gerufen,  Kunden den Umstieg auf die neueste SAP S/4HANA-Version zu erleichtern.

     

    Was ist RISE with SAP?

    Heute hat SAP hat RISE with SAP veröffentlicht, früher SAP Cloud Nine genannt oder etwas schmeichelhaft SAP RISE. RISE steht nicht offiziell für irgendetwas, aber ich nenne es gerne Rise In SAP Environments, was ein nettes rekursives Backronym ist.

    RISE with SAP ist kein Produkt, sondern ein Go-to-Market (GTM)-Angebot, das insgesamt drei Hauptsäulen umfasst: die Vereinfachung bzw. Transformation von Geschäftsprozessen, den Wechsel zu S/4HANA und den Betrieb der Infrastruktur.

    Ein RISE with SAP-Vertrag umfasst Software, Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und einige Cloud Managed Services (CMS). Andere Cloud Managed Services oder Application Managed Services (AMS) muss der Kunde jedoch selbst bereitstellen oder an einen Managed Services Provider vergeben.

     

    Was sind die Komponenten von RISE with SAP?

    Business Process Intelligence. Dieses Angebot wird durch die von Signavio erworbene Business Process Management Software unterstützt und zielt darauf ab, Geschäftsprozesse zu verbessern sowie ERP durch Rückgriff auf den Standard zu vereinfachen. Dies erhöht die geschäftliche Agilität und ermöglicht die technische Migration auf S/4HANA.

    Technische Migration. Dies ist ein Umzug in die S/4HANA Cloud inklusive SAP- und Partner-Services, um Modifikationen zu entfernen und die Datenschicht zu harmonisieren. Interessanterweise ist der Umzug auf S/4HANA nicht notwendig für RISE with SAP.

    Infrastructure & Operations. SAP behauptet, dass die Gesamtbetriebskosten durch den Betrieb von RISE with SAP um 20 % gesenkt werden können. Dies ist ein finanztechnisches Spiel, das Investitionskosten (Capex) in Betriebskosten (Opex) umwandelt und Shelfware eliminieren soll.

    Welche IaaS-Anbieter werden für RISE with SAP zugelassen? 

    Microsoft, Azure, IBM, Alibaba und Google sind Launch-Partner, wobei Satya Nadalla von Microsoft bisher über diese Partnerschaft spricht. Es scheint wahrscheinlich, dass andere Anbieter, einschließlich anderer Private-Cloud-Anbieter, in der Lage sein werden, RISE IaaS-Partner zu werden. Die SAP HANA Enterprise Cloud steht den Kunden bei Bedarf als Option zur Verfügung, ist aber nicht die bevorzugte Lösung.

     

    Woher weiß ich, ob RISE with SAP das Richtige für uns ist?

    Unserer Ansicht nach gibt es zwei Arten von "perfekten" RISE with SAP-Kunden.

    Neukunden. Kunden, die S/4HANA zum ersten Mal implementieren möchten, sollten auf jeden Fall die SAP S/4HANA Public Cloud, Single Tenant Edition (STE) und RISE with SAP evaluieren.

    Das RISE with SAP-Dreieck. Für SAP-Bestandskunden gilt es die drei folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

    Der erste Punkt ist der Grad des Engagements mit einem Hyperscaler. Wenn Sie bereits einen großen Kostenblock bei einem der Hyperscaler haben, dann ist RISE vielleicht nicht das Richtige für Sie, weil Sie bereits ausgehandelte Rabatte nicht verlieren möchten, wenn Sie Ihre Aktivitäten via SAP abwickeln. Wenn Sie nicht zu dieser Gruppe gehören, oder als Multi-Cloud-Anwender bereits die Ausgaben streuen, dann ist RISE with SAP vermutlich interessant. Mittelständische Unternehmen sind wahrscheinlich also eher interessiert.

    Der zweite Punkt sind die Version von SAP software, die Sie heute einsetzen. Wenn Sie die neueste Version von S/4HANA auf der Google Cloud Platform betreiben, dann wird RISE mit SAP für Ihr Unternehmen nur ein inkrementeller Schritt sein. Wenn Sie hingegen SAP ECC 6.0 EhP4 einsetzen, dann können Sie 15 Jahre Innovation in einem RISE-Vertrag bündeln.

    Der letzte Punkt ist die Menge an Shelfware, die Sie vielleicht haben. Je mehr, desto besser: Sie können diese Shelfware als kommerziellen Hebel nutzen, um Ihre Ausgaben zu reduzieren.

    Kurz gesagt: Für ein mittelständisches Unternehmen, das auf ECC 6.0 mit einem Haufen Shelfware festsitzt, ist RISE with SAP ein Volltreffer. Wenn Sie jedoch bereits Teil des strategischen Kundenprogramms oder des Platin-Account-Programms von SAP sind, und beispielsweise S/4HANA auf Azure mit einem kürzlich neu verhandelten Vertrag betreiben, dann ist die Situation viel differenzierter.

     

    Was ist, wenn ich direkt bei einem Hyperscaler kaufen möchte? 

    Wenn Sie einen einzelnen Vertrag mit einem Hyperscaler beibehalten möchten, können Sie dies weiterhin tun, aber nicht über einen RISE with SAP-Vertrag.

     

    Was ist, wenn ich Cloud und Application Managed Services kombinieren möchte? 

    Wenn Sie einen einzelnen Vertrag mit dem von Ihnen gewählten Systemintegrator beibehalten möchten, können Sie dies weiterhin tun, aber nicht über einen RISE with SAP-Vertrag.

    RISE with SAP bringt eine gewisse zusätzliche Komplexität mit sich. Es bedeutet, dass Sie zwei Partner haben müssen - SAP für IaaS und einige der Cloud Managed Services, sowie einen Servicepartner für andere Cloud Managed Services und Application Managed Services. Zum Beispiel ist SAP für den Betrieb des SAP-Basis-Mandanten 000 zuständig, aber der Kunde oder Partner muss sich um die produktiven Mandanten kümmern.

     

    Warum sollte ich RISE with SAP nutzen?

    RISE with SAP ist vorteilhaft, wenn Sie einen einzigen Vertrag gebündelt mit einer Reihe von SLAs suchen.

    Der andere wesentliche Vorteil ist, dass SAP wahrscheinlich bereit sein wird, Shelfware in einen RISE with SAP-Vertrag aufgehen zu lassen. In einigen Fällen kann es so möglich sein, in Ihren Verträgen erheblich aufzuräumen.

    Für andere Kunden können die 22% Enterprise Support-Wartungskosten eine Belastung sein, und es passt zu deren Geschäftsmodell, Investitionskosten in Betriebskosten umzuwandeln.

     

    Was sind die Nachteile von SAP Rise?

    Einige Großkunden ziehen es vor, alle ihre Hosting- und Service-Leistungen direkt an die Anbieter zu vergeben, um so die Verträge zu konsolidieren. In einigen Fällen sind diese Verträge zehnmal so groß wie der Vertrag mit SAP. Diese Kunden würden einen erheblichen finanziellen Hebel gegenüber diesen Anbietern aus der Hand geben, würden sie die Leistungen mittelbar über einen SAP-Vertrag beziehen.

    Außerdem stellt sich die Frage, ob ein Vendor Lock-in des gesamten Stacks zu einem Problem für die Kunden werden kann - derzeit können sie die Verträge anpassen, sobald sie zu einem anderen Anbieter wechseln. Dies könnte teilweise dadurch gemildert werden, dass SAP Änderungen bei den Infrastruktur-Anbietern zulässt.

    Ein weiterer Nachteil ist, dass das Verfolgen einer Multi-cloud-Strategie sehr schwierig werden kann. Solch eine Strategie ermöglicht es Ihnen typischerweise, die Kosten basierend auf den verfügbaren Infrastruktur-Optionen zu optimieren.

    Es scheint auch wahrscheinlich, dass RISE with SAP teurer sein wird, als die Dienste separat auszuschreiben. SAP muss schließlich eine Marge auf die von anderen Anbietern bereitgestellten Diensten und Clouds erzielen.

    Und schließlich positioniert SAP das RISE-Programm als Kosten-Senkungsmaßnahme und verspricht eine Reduzierung der Gesamtbetriebskosten um 20%. Als Kunde sollten Sie daher das Erreichen dieser 20-prozentigen Kostenreduzierung als Grundvoraussetzung für den Einsatz von RISE with SAP betrachten.

     

    Was ist die Konkurrenz zu RISE with SAP?

    Fast jeder Systemintegrator hat ein wettbewerbsfähiges Angebot zu RISE with SAP. Die meisten haben Application und Cloud Managed Services in einem Angebot kombiniert und bieten dies über einen Hyperscaler an. Einige haben sehr ausgefeilte AIOps-Plattformen, die den Betrieb von SAP automatisieren.

    Es scheint wahrscheinlich, dass sich die Landschaft der Systemintegratoren aufspalten wird, wobei einige Integratoren konkurrierende Dienstleistungen anbieten und andere zu RISE mit SAP-Partnern werden. Es ist ebenso wahrscheinlich, dass einige der größeren Systemintegratoren beides anbieten und sogar mit sich selbst konkurrieren werden.

     

    Wie hilft RISE mit SAP bei der Umstellung auf S/4HANA? 

    Die Hintergründe sind noch nicht ganz klar, aber SAP plant, die Übernahme des Business Process Management-Unternehmens Signavio als Mittel zu nutzen, um die Umstellung auf S/4HANA durch Prozessvereinfachung zu beschleunigen und zum Standard zurückzukehren.

    Meiner Meinung nach fehlen noch einige Bausteine im Gesamtbild. SAP muss hart daran arbeiten, die Reibung bei der Umstellung auf SAP S/4HANA durch Tool-Automatisierung und automatisierte Korrektur von benutzerdefiniertem Code zu verringern.

     

    Lesen Sie den Guide für HANA Migration >>

     

    Ist RISE with SAP nur HANA Enterprise Cloud 2.0?

    Ja und nein. RISE with SAP ist effektiv ein Ersatz für die HANA Enterprise Cloud und wird in Zukunft das Infrastructure-as-a-Service-Angebot von SAP sein.

    Es ist jedoch klar, dass RISE with SAP über die HANA Enterprise Cloud hinausgehende Funktionen bieten soll: Zunächst einmal ist es möglich, jede SAP-Anwendung auf jede beliebige Version zu verschieben, und danach dann ein Upgrade auf SAP S/4HANA zu planen. Ein HANA-System ist dazu dann nicht erforderlich.

    Darüber hinaus gibt es theoretisch die Möglichkeit, dass bestehende SAP S/4HANA-Kunden oder sogar SAP S/4HANA on HEC-Kunden zu RISE umziehen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt kann es in diesen Szenarien allerdings schwieriger sein, TCO-Vorteile zu realisieren.

     

    Wie wird RISE with SAP lizenziert?

    SAP neigt dazu, seine Lizenzmodelle aus rechtlichen Gründen verschlossen zu halten, aber wir können ein paar Annahmen treffen.

    Erstens wird SAP versuchen, RISE-Verträge selbst abzuschließen und dann die Einnahmen mit den beteiligten Anbieter zu teilen, um die Kundengespräche wieder kontrollieren zu können.

    Zweitens basieren RISE-Verträge auf einem Abonnement, und SAP wird zweifellos versuchen, RISE-Verträge als Annual Recurring Revenue (ARR) zu kategorisieren, was Investoren und Analysten gefallen wird.

    Und schließlich hat SAP-Vorstand Bob Stutz öffentlich über verbrauchsbasierte Modelle gesprochen, und zweifellos werden die Kunden SAP diesbezüglich zur Rechenschaft ziehen wollen.

     

    Abschließende Gedanken

    Es wird interessant zu sehen sein, wie sich RISE with SAP entwickelt. Ich finde, es erinnert an die Einführung der HANA Enterprise Cloud im Jahr 2013, denn SAP muss den Markt dazu bringen, die Kosten für den Betrieb von SAP-Systemen zu senken und Kunden schneller zu SAP S/4HANA zu bringen.

    Es erinnert auch an die Einführung von SAP Leonardo im Jahr 2017, denn RISE with SAP ist nicht wirklich ein Produkt, sondern ein Go-to-Market-Angebot.

    Abgesehen davon besteht für jeden Tag, an dem ein Kunde die Umstellung auf S/4HANA hinauszögert, die Chance, dass er eine andere Richtung einschlägt - entweder andere Geschäftsinvestitionen tätigt oder, schlimmer noch, eine Komponente der SAP Business Suite in die Cloud eines Wettbewerbers verschiebt.

    Im Großen und Ganzen scheint es somit wahrscheinlich, dass RISE with SAP den Markt zu einem kostengünstigeren Umstieg auf SAP S/4HANA bewegen wird. Was mir jedoch weniger klar ist: Wie viele der SAP-Hauptkunden werden ihre gesamten SAP-bezogenen Ausgaben bei SAP selbst konsolidieren wollen?


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