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SAP-Automatisierung: Gibt es das wirklich schon?

by Tyler Constable

Published on 06.02.2020

In den vergangenen 18 Monaten ist die Nachfrage nach Automatisierungslösungen für den SAP-Betrieb deutlich gestiegen. Im Folgenden finden Sie die fünf Anforderungen, die die meisten Unternehmen an uns herantragen.

In den vergangenen 18 Monaten durfte ich mit vielen SAP-Technologieexperten aus den unterschiedlichsten Märkten und Branchen über das Thema SAP-Automatisierung sprechen. Dabei stieß ich anfangs immer wieder auf ungläubige und skeptische Blicke oder ein herzhaftes Lachen. Denn obwohl es heute kaum noch Software gibt, bei der Automatisierung nicht an der Tagesordnung ist, scheint dieses Konzept bei SAP-Kunden immer noch in die gleiche Kategorie wie die Zahnfee und der Weihnachtsmann zu fallen – hört sich zwar gut an, gibt es aber nicht.  

Doch je breiter die Auswahl an Hosting-, Workflow- und Skripting-Möglichkeiten wird, desto aufmerksamer wird die Branche und desto intensiver werden die Gespräche. Wo also sehen unsere Kunden und Interessenten den dringendsten Automatisierungsbedarf bei der Verwaltung und im Betrieb Ihrer SAP-Systeme?

 

Die allgegenwärtige Cloud

Jeder weiß, dass im Bereich SAP-Hosting und -Hardware viel in Bewegung ist. Kleine wie große Unternehmen wenden sich zunehmend IaaS- bzw. Public-Cloud-Anbietern (Azure, AWS, Google Cloud, Alibaba) zu, um dort ihre Workloads hosten zu lassen. Das gilt immer häufiger auch für SAP. Das Hosting-Angebot dieser Cloud-Dienstleister wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Neue Server können heute sekundenschnell aufgesetzt und in beliebiger Anzahl von zentraler Stelle verwaltet werden. In der Folge überdenken auch SAP-Architekten ihren Umgang mit SAP-Server-Workloads, HA, DR und vielem mehr. In der Folge geht es in den Gesprächen immer mehr darum, wie diese Cloud-Automatisierungsfunktionen dazu beitragen können, die SAP-Landschaft zu bereichern und automatisieren. Erkennt das System beispielsweise, dass Ressourcen nicht mehr ausreichen oder dass sich die SAP-Performance verschlechtert, sollte es automatisch die Bereitstellung zusätzlicher Anwendungsserver anstoßen oder weitere Ressourcen hinzufügen. Ebenso sollte es möglich sein, bei geringer Auslastung der Cloud-Ressourcen nicht benötigte Instanzen automatisch herunterzufahren und damit Kosten zu sparen. Was noch vor kurzem durch Hardwareeinschränkungen in einen engen Rahmen gepresst war, wird so zu einer flexiblen Umgebung, die sich ganz am Bedarf orientiert.


Der Systemstart und -stopp

Das Starten und Stoppen von SAP-Systemen kann eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Aus technischer Sicht zwar nicht sonderlich kompliziert, erfordert es jedoch viel Planung, Geduld und das Wissen darüber, in welcher Reihenfolge diese Umgebungen abgeschaltet werden müssen. SAP-Systeme sind das Rückgrat sehr vieler Unternehmen. Da kann das Starten und Stoppen eines Systems während der Geschäftszeiten schnell immensen finanziellen Schaden verursachen. Und genau aus diesem Grund verbringen SAP-Administratoren immer wieder ihre Nächte oder Wochenenden mit der Erledigung dieser Aufgaben. Ein typisches SAP-Wartungsfenster bei der Verwaltung großer SAP-Systeme läuft dann wie folgt ab:

  • Die Teammitglieder stehen um 2 morgens auf, kommen in einer Telefonkonferenz oder einem Gruppenchat zusammen und machen sich an die Arbeit. Dann stoppen sie jedes einzelne System (ordnungsgemäß und mit einer festlegten Reihenfolge aus Aktionen), was sie schon mal 15 Minuten des zweistündigen Wartungsfensters kostet. 
  • Als nächstes folgt die eigentliche Wartung und im Anschluss das erneute Starten der Systeme (wieder in der richtigen Reihenfolge), was weitere gut 15 Minuten dauert.

Was bedeutet das? Das sie allein mit Starten und Stoppen 30 Minuten des zweistündigen Wartungsfensters verschwendet haben. Das ist ein Viertel der ohnehin schon knapp bemessenen Zeit! Darüber hinaus erscheinen am nächsten Tag ein paar völlig übermüdete Basis-Administratoren auf der Arbeit. 

Genau so wird es uns immer wieder berichtet und niemand ist glücklich damit. Es gilt vielmehr als eine der unangenehmsten Aufgaben im Beruf des SAP-Administrators.  

 

Die Augen und Ohren

Die folgende Frage betrifft zwar nicht so sehr die Automatisierung an sich, doch kommt kein Gespräch über Automatisierung ohne sie aus: „Woher weiß ich, dass meine Automatisierung auch funktioniert?“. Ich habe da so meine Theorie, warum diese Frage immer wieder Thema wird. Bei uns in der SAP-Branche löst das Wort „Automatisierung“ immer noch viel Misstrauen aus und wir wollen uns selbst davon überzeugen, dass es auch wirklich funktioniert. Und das ist auch völlig in Ordnung, ich habe dafür volles Verständnis. Hier ist es von entscheidender Bedeutung, volle Transparenz über jeden Aspekt der SAP- (und Nicht-SAP-) Umgebung zu gewährleisten. Das bedeutet zunächst die Verfügbarkeit von Dashboards, die den ganzen Prozess sichtbar machen, und später vielleicht eine einfache E-Mail, die Sie über Vorfälle in Ihrer Umgebung und die ergriffenen Lösungsmaßnahmen informiert.  


Die Ereignissteuerung

Ereignisgesteuerte Aktionen oder Lösungen … Eindeutig mein persönlicher Favorit, denn wenn wir mit unseren Kunden an diesem Punkt angelangt sind, sind sie längst begeistert, wir sind begeistert und begeistert denken wir gemeinsam darüber nach, was sich mit nur einem Ereignis oder eine Kette aus Ereignissen alles automatisieren lässt. Wir sprechen über die am häufigsten wiederkehrenden Probleme in ihren Systemumgebungen, wie sie üblicherweise gelöst werden und wie wir das stattdessen über ein Skript abbilden können. Egal, ob es sich dabei um ein OS-, DB- oder sogar Java-basiertes Skript handelt, wir finden fast immer eine Lösung für das Problem. Danach muss dieses Skript eigentlich nur noch mit dem Auslöserereignis verknüpft und zudem festgelegt werden, ob entsprechende Benachrichtigungen an das Team rausgehen müssen. Fällt Ihnen dazu auch etwas aus Ihrer Landschaft ein? Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören. Schreiben Sie mir in den Kommentaren oder auf Twitter.


Die Integration

Mit ein paar Ausnahmen nutzt die Mehrzahl der Unternehmen, mit denen wir sprechen, ServiceNow für ihr IT-Service- und Support-Management. Kein Wunder, verfügt ServiceNow durch über wirklich beeindruckende Funktionen. Integriert man diese Funktionen jetzt mit SAP findet man sich plötzlich in einer Welt voller SAP-Automatisierungsmöglichkeiten wieder. In der Vergangenheit hat sich die Integration von ServiceNow und SAP jedoch immer wieder als sehr mühselig erwiesen.  

Aber muss das wirklich sein? Hier ein Beispiel: Eine Reihe von SAP-Kennzahlen, die einen kritischen Status erreichen, bedeuten für sich allein genommen nicht allzu viel. Gemeinsam betrachtet sind sie jedoch ein eindeutiger Hinweis, dass im SAP-System großer Ärger droht. Dieser Kennzahlensatz löst jetzt einen Vorfall in ServiceNow aus. ServiceNow erkennt das Problem, weiß aber auch, dass der SAP-Kernel gestern aktualisiert wurde. In der Folge geht eine Genehmigungsanfrage an zwei Mitarbeiter: Das System soll heruntergefahren, der Kernel auf den letzten Stand gebracht und das SAP-System anschließend wieder hochgefahren werden. Nachdem die Genehmigungen eingegangen sind, teilt ServiceNow der Automatisierungsplattform mit, dass die genannten Aufgaben ausgeführt werden sollen. Das sind genau die Szenarien, die jetzt schon möglich sind und viele Kunden setzen sie längst ein.


Halten Sie das immer noch für verrückt?

Die Frage, die sich jetzt stellt, ist: Lässt sich all das wirklich in der Praxis umsetzen? Ich kann Ihnen versichern, dass sich diese Automatisierungen in der Praxis genau so umsetzen lassen – und dass genau das auch passiert. Ausschlaggebend ist dabei die zentrale Lösung, die die SAP-Umgebung überwacht, mit den Public Clouds und ServiceNow kommuniziert, betriebliche Abläufe transparent macht und die Plattform bereitstellt, auf der all diese Fäden mit den verschiedenen Skripten zusammenlaufen. Diese Plattform heißt Avantra und wir haben noch viel vor.

 

Photo by JOSHUA COLEMAN on Unsplash

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