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Automatisierung des SAP-Betriebs in hybriden Landschaften - CTO-Interview

by Laura Hoffman

Published on 02.19.2020


Für ein kontinuierliches Unternehmenswachstum ist ein stabiler IT-Betrieb unerlässlich. SAP-Kunden und Managed Service Provider stehen vor der Herausforderung, ihr Business digital erlebbar zu machen, das Ausfallrisiko zu reduzieren und strengere Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig sollen Kosten reduziert und die digitale Transformation vorangetrieben werden. Um diesen Spagat zu meistern, erweitert Syslink Xandria seine bisherige SAP-Operations-Management-Lösung zu der AIOps-Plattform Avantra. Sie verbindet ein zuverlässiges Monitoring mit intelligenter Automatisierung und unterstützt Unternehmen auf dem Weg zur „Self-healing Enterprise“ – einer Organisation, in der sich IT-Systeme selbst verwalten.

Schauen Sie sich jetzt unser neues Interview mit Helge Sanden, dem Chefredakteur vom IT-Onlinemagazin, und Bernd Engist, dem CTO von Avantra, an, das wir bei den DSAG Technologietagen 2020 in Mannheim, aufgezeichnet haben, und erfahren Sie mehr über Avantra.

 

 

 

Helge Sanden:
Die SAP-Welt ist in Bewegung und ich bin hier auf den DSAG-Technologietagen in Mannheim. Ich freue mich auf das Gespräch mit dem CTO von Avantra, Bernd Engist, Er ist Experte für die AUtomatisierung im SAP-Betrieb und ich werde mich mit ihm unterhalten über Künstliche Intelligenz und die Möglichkeit hybride Landschaften im Griff zu haben.

 

Helge Sanden:
Herr Engist, früher war SAP integriert und on-premise - heute haben wir es mit verteilten, hybriden Landschaften zu tun. Wie behält man da im SAP-Betrieb denn den Überblick?

Bernd Engist:
In der Tat sind die Systemlandschaften komplexer geworden, heutzutage. Wir haben es mit zusätzlichen, neuartigen Schnittstellen zu tun. Auf der einen Seite haben wir Infrastructure-as-a-Service und Software-as-a-Service, die Arbeit wegnehmen, weil sich der Anbieter selbst um die Plattform kümmert. Auf der anderen Seite haben wir dadurch auch neue Herausforderungen. Denn die Schnittstellen müssen irgendwie überwacht werden. Hier hilft automatisiertes Monitoring des Plugins im ERP- oder SAP S4HANA-Backend. Aber auch die SaaS-Lösung muss überwacht werden. Da muss man die APIs abfragen – im besten Fall SAP-Monitoring-Schnittstellen – und dann das Ganze, also das SAP-System on-premise, die Schnittstellen und die SaaS-Lösung im Gesamtkontext darstellen. Das ist die Krönung, die die notwendige Transparenz liefert um den Überblick zu behalten.

 

Helge Sanden:
End-to-End Prozesse durchlaufen dabei durchaus auch mal viele verschiedene Systeme. Wie stellen SAP-Verantwortliche sicher, dass der Business-Prozess funktioniert? Denn darum gehts ja letztendlich.

Bernd Engist:
Wir stellen fest, dass die Leute, die diese Schnittstellen in den Unternehmen bauen und betreiben, ein sehr großes Know-How haben. Die wissen ganz genau worauf sie achten müssen - wo zum Beispiel etwas hängen bleiben kann. Dieses KnowHow abzugreifen und automatisiert zu überwachen ist das, was den Mehrwert bringt. Wenn man diese Checks dann auch noch in übersichtlichen Dashboards darstellt – mit dem kompletten Prozess – und im besten Fall sogar wenn was schief geht Autoreaktionsmethoden dazu aufbaut – dann hat man wirklich erreicht, was man will.

Ein gutes Beispiel ist einer unserer Kunden aus der Industrie mit 3 Millionen Umsatz - ein Hidden Champion - die Leute sind super im SAP-Betrieb und haben das wirklich im Griff. Die hatten vor kurzem noch eine “No-Cloud-Strategie”, weil sie alles selbst machen wollten. Mittlerweile ist es “on-Premise-First”, denn die kommen gar nicht mehr um Applikationen in der Cloud herum. Zum Beispiel setzen sie die SAP Cloud Plattform Integration für den digitalen Dokumentenaustausch mit Steuerbehörden ein. Dazu haben wir neue Checks gebaut, die das automatisiert überwachen, sodass die Mitarbeiter nicht jeden Tag manuell reinschauen müssen.

 

Helge Sanden:
Was brauchen SAP-Kunden denn heute, damit sie ruhig schlafen können?

Bernd Engist:
Die brauchen Transparenz. Die brauchen Transparenz über Ihre Systeme aber auch über die Schnittstellen und die Drittsysteme. Die brauchen eine Übersicht. Und da helfen eben in der Tat intelligente Dashboards und Automatisierung. Dadurch spart man dann nicht nur Kosten, sondern man bekommt auch eine bessere Qualität rein. Das ist das was die brauchen. Das ist das was wir heute unter dem Begriff “run”-Automation verstehen. Wir haben heute beispielsweise Kunden, die haben so wichtige Systeme, wenn da irgend etwas ausfällt, verkaufen sie weltweit keine Ersatzteile. Die stellen sich dann große Monitore in ihre Abteilungen, auf denen sie dann alles darstellen. Die switchen dann auch manchmal Dashboard to Dashboard durch und das ist genau diese Transparenz, die IT-Verantwortliche brauchen.

 

Helge Sanden:
Und was bedeuten diese Veränderungen für die Service Provider?

Bernd Engist:
Auf die kommen neue Herausforderungen zu, aber auch neue Chancen. Vor allem beim Infrastructure-as-a-Service können sie ihre Kunden begleiten - zum Beispiel bei der Migration in die Cloud. Wichtig dabei ist das richtige “Right- und Tight Sizing” - also das richtige Bemessen der Systeme. Denn sonst legt man in der Cloud drauf. Es kann sogar teurer werden als on-premise und das ist ja nicht das Ziel. Wichtig ist auch, die Systeme, die man nicht brauch “schlafen zu legen”. “Snooze-so-you-don’t-loose” war neulich mal in einem Microsoft-Vortrag. Das fand ich ganz interessant. In der Tat gibt es eine ganz neue Klasse von Managed Service Providern. Nämlich diese ohne eigenes Rechenzentrum. Die haben auch schon Themen an uns herangetragen: Zum Beispiel das automatisierte Starten und Stoppen von Systemen, die in der Cloud deployed sind. Oder auch Self-Service-Themen. Da wird ein System teilweise nur testweise einmal im Monat gebraucht. Da ist der Wunsch, dass der Kunde das selbst hochfahren, seine Tests machen und es dann wieder selbst runterfahren kann. Dazu braucht es eine Kombination aus Automatisierung und Monitoring. Das ist das was Service Provider wollen.

 

Helge Sanden:
Alle Welt redet von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz. Ist das in Ihren Produkten schon drin? Und was planen Sie künftig?

Bernd Engist:
Also wir haben schon immer - eigentlich schon lange - Funktionen drin, die beispielsweise das Systemwachstum vorhersagen. Oder wir haben Funktionalitäten, die einem sagen, “wenn eine Ressource weiter so wächst, dann läuft es in zwei Stunden voll” - das nennen wir Forecasting. Das ist also nichts neues für uns. Wir fokussieren uns vor allem auf das I in KI - die intelligente Automation. Wir werden zum Beispiel in Kürze einen automatisierten Kernal Update anbieten. Das kann dann so laufen, dass wir dem SAP-Admin sagen: Es gibt einen neuen Kernal von SAP. Wann sollen wir den einspielen? Wir wissen dann auch, wann das System wenig ausgelastet ist und können voll automatisiert eine Zeit vorschlagen. Und dann sagt er nur noch, ok, da will ich es machen. Und das ist vor allem für große Landschaften ein sehr großer Mehrwert, wenn die das nicht mehr manuell machen müssen. In diese Zukunft, also in diesen “Build”-Bereich, werden wir künftig auch vermehrt investieren. Wir haben vor, auch das Patch Management oder sogar Upgrades in der Zukunft zu zu automatisieren.

 

Helge Sanden:
Wichtig auch durch immer kürzer werdende Release-Zyklen, oder?

Bernd Engist:
Ja natürlich, auch das Thema Sicherheit spielt hier eine Rolle. Die Unternehmen können sich heute keine Systeme leisten, die nicht auf dem neuesten, gepatchten und damit sicheren Stand sind.

Dann haben wir noch das K in der KI. Da gibt es durchaus interessante Themen. Ich glaube gewisse Applikationen sind durch Machine Learning und dieses omnipräsente AI überhaupt erst möglich geworden. Für unseren Bereich ist es in der Tat so, dass es interessante Anwendungen gibt, Annomalien in den Systemen aufzuspüren, die man durch klassisches Monitoring nicht finden würde. Auch daran arbeiten in der Zukunft.

Helge Sanden:
Wie lange braucht man denn jetzt, um eine derartige Lösung zu implementieren und worauf sollte man aus Ihrer Sicht achten?

Bernd Engist:
Also das ist ein Bereich, auf den wir wirklich stolz sind. Das kann ich jetzt mal mit erhobenen Hauptes sagen. Wir haben eine unglaublich kurze Implementierungszeit. Oft sind es eher die organisatorischen Hürden in den Unternehmen, die etwas mehr Zeit brauchen - bis man alle an Board geholt hat und so weiter. Auch Upgrades unserer eigenen Lösung - das dauert keine 5 Minuten. Diesen Vorteil nutzen vor allem unsere Großkunden mit Landschaften von 750 SAP-Systemen. Denn sie können nicht “blind sein” und stundenlang aufs Monitoring verzichten. Wichtig ist auch, dass man bei Projekten, wie zum Beispiel bei der S4Hana Migration, schon frühzeitig an den Betrieb der zukünftigen Lösung denkt und nicht wartet bis zum Schluss: “Ach, jetzt müssen wir das noch betreiben und Monitoring einführen”.

Es gibt auch Kunden die sind schon sehr weit. Bei denen spielt Integration in Ihre Landschaft eine große Rolle. Neulich hat uns ein Kunde aus der Automobilindustrie gesagt “Integration ist Automation”. Das geht bei denen Hand in Hand.

 

Helge Sanden:
Jetzt kenn ich Sie und Ihr Unternehmen noch als Syslink Xandria? Jetzt heißen Sie Avantra. Was steckt denn da dahinter?

Bernd Engist: 
Ja, wir haben uns einen neuen Namen verpasst. Ein neues Branding. Der Name kommt von “avant” - “vorne sein” - und “tra” - eigentlich die Abkürzung von “trans” - “hinaus”. Wir sind auch sehr stolz auf unser neues Logo. Da sieht man noch den Berg, der für unsere Herkunft aus der Schweiz steht. Man sieht aber auch die Building Blocks und die Verknüpfungen von Systemen. Ein Block ist orange eingefärbt. Da sieht man noch den Monitoring-Background, den wir natürlich haben. Und wir schlagen mit dem neuen Release, was jetzt auf den Markt kommt, im Bereich der Automation wirklich ein neues Kapitel auf. Im Englischen hört sich unsere Vision so schön an “the self-healing company”. Die deutsche Übersetzung klingt das etwas weniger sexy. Aber darum geht’s. Wir möchten, dass sich die Systeme in Zukunft so weit wie möglich selbst überwachen und selbst verwalten. Denn die Leute, die das machen, die haben wichtigere Themen. Zum Beispiel S4Hana-Migration, andere Tools, CLoud und so weiter.

Das Feedback ist wirklich großartig. Das spüren wir auch hier bei den DSAG Technologietagen. Unsere Kunden und Interessenten sagen “das ist super, was ihr macht” und kommen dann auch mit Ideen. Die sprudeln so richtig. Und das ist natürlich wundervoll für uns, weil wir das in der Zukunft in die Produktentwicklung einfließen lassen können. Und das treibt uns tagtäglich an und macht uns auch großen Spaß.

Helge Sanden:
Also Herr Engist, dann vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß dabei.

Bernd Engist:
Dankeschön.